Waldgeschichte und Einfluss des Menschen

Nach der letzten Eiszeit vor etwa 15 000 Jahren kehrten mit der Wiedererwärmung auch im Nordschwarzwald Sträucher und Bäume in die kahle Kältesteppe zurück. Aus der Zusammensetzung der verschiedenen Blütenpollen von Waldbäumen, die in Proben aus definierten Tiefen in Mooren des Nordschwarzwaldes bestimmt wurden, lässt sich ein ungefähres Bild über die Baumartenzusammensetzung zeichnen.

In diese zunächst waldlose Flora wandern Birken und Kiefern mit Hilfe ihrer leichten Flugfrüchte als Pioniere ein. Vor etwa 9000 Jahren wird es wärmer und Haselstrauch und Eiche, später dann auch Linde, Ulme und Esche breiten sich aus. Diese Eichenmischwälder dominieren das Landschaftsbild bis etwa 2000 v.Chr.. Ab diesem Zeitraum wird es wieder kälter und der Siegeszug der robusten Buche beginnt. In den Schwarzwald- Tälern breiten sich Buchen-Tannen-Wälder mit vereinzelten Kiefern und Eichenbeständen aus und in der Vorbergzone dominiert der vom Römer Tacitus beschriebene „unheimliche und undurchdringliche Buchenwald“. Fichtenpollen wurden in den Analysen nur wenige gefunden, ein Hinweis darauf, das die Fichte im Nordschwarzwald zu dieser Zeit nur auf Sonderstandorten heimisch gewesen sein kann. Für die einwandernden Alemannen war der Schwarzwald lange ein abschreckendes und schwer zu überwindendes Hindernis. Nur langsam nahm der Mensch den Wald in Kultur. Mit zunehmendem Bevölkerungswachstum wurde der Wald dort gerodet, wo die Böden landwirtschaftlich nutzbar waren.

Die fort- schreitende Besiedlung mit Brandrodung, Waldweide und Streunutzung drängte den Wald zurück. Die schwach geneigten Hoch- lagen des Nordschwarzwaldes wurden seit dem 11.Jahrhundert in einer Art „Almbetrieb“ im Sommer beweidet. Die sogenannten „Grinden“ sind teilweise bis heute als Folge der früheren Waldweide kahl. Noch um 1800 wurde im Bereich von Schönmünzach ein großer Waldbrand vermutlich von Hirten gelegt, die sich neue Weidegründe verschaffen wollten.

Projektbeschreibung

An den Standorten Triberg, Forbach, Freiburg und Feldberg ist das Bergwaldprojekt seit vielen Jahren tätig. Dabei sind die Tätigkeisfelder in den Regionen so unterschiedlich wie die Regionen selbst. Ob Offenhaltung der Bachtäler in Triberg, Waldpflege zur Förderung von Laubholz und Weißtanne in Forbach, Verbesserung der Lebensbedingungen des Rauhfußhuhnarten Auerhuhn und Haselhuhn in der Region um Freiburg bis hin zur Landschaftspflege am Feldberg. Mit Deutschland plus Schwarzwald werden die Arbeiten in den Regionen unterstützt.

Triberg

Seit 1995 ist das Bergwaldprojekt rund um die Uhrenstadt Triberg aktiv. Mischwälder aus Fichte, Tanne und Buche, malerische Bachtäler und der 1163m hohe Rohrhardsberg prägen das Landschaftsbild an diesem Einsatzort im Mittleren Schwarzwald. Die Arbeitsschwerpunkte sind Biotoppflege für das Auerhuhn und Landschaftspflege zur Offenhaltung der Bachtäler in dieser waldreichen Gegend.

Forbach

Die wunderschöne Landschaft ist ein NATURA 2000 Schutzgebiet. Seit 11 Jahren arbeitet das Bergwaldprojekt mit der waldreichen Gemeinde im Nordschwarzwald (Waldanteil über 90%) zusammen. Arbeiten sind Pflanzung, Waldpflege zur Förderung von Laubholz und Weißtanne, Einzelschutz gegen Wildverbiss und die Landschaftspflege.

Freiburg

Seit 2001 arbeitet das Bergwaldprojekt im Revier Schauinsland des Städtischen Forstamts Freiburg. Bei der Waldpflege werden Laubbäume und Weißtannen im Bergmischwald gefördert. Durch gezielte Pflegeeingriffe im Wald werden die Lebensbedingungen für die Rauhfußhuhnarten Auerhuhn und Haselhuhn verbessert. Typische Arbeiten sind auch Maßnahmen zur Besucherlenkung und Landschaftspflege rund um den Schauinsland –Gipfel (1284m ü.NN).

Feldberg

Die Zusammenarbeit mit dem Naturschutzzentrum Feldberg im Naturschutzgebiet rund um den höchsten Gipfel des Schwarzwalds (1493m ü.NN) begann 2003. Pflegemaßnahmen im Wald verbessern den Lebensraum für das seltene Auerhuhn. Arbeiten in der Landschaftspflege dienen der Erhaltung der eiszeitlich alpinen Relikte in Flora und Fauna am Feldberg. Auch Maßnahmen zur Besucherlenkung stehen in dieser vielbesuchten, sensiblen Landschaft auf dem Programm.