Das Biospährenreservat Rhön

Die Rhön ist heute ein großes Mittelgebirge im Grenzgebiet der deutschen Länder Bayern, Hessen und Thüringen. In seinem Kernbereich wurde 1991 das 1849 km2 große UNESCO- Biosphärenreservat Rhön ins Leben gerufen, eine einzigartige Mittelgebirgslandschaft, das Land der offenen Ferne.

Die Rhön wird naturräumlich zum Osthessischen Bergland gezählt und bildet den äußersten Südosten des länderübergreifenden Naturraums.

Als Hohe Rhön oder Hochrhön wird der 344 km2 große und bis 950 m hohe, in Hessen, Bayern und zu kleineren Anteilen in Thüringen gelegene Teil des Mittelgebirges bezeichnet, der in Hochplateaus von meistens mindestens 600-700 m Randhöhe mit weitgehend geschlossenen Basaltdecken aufgelöst ist. Sein Kerngebiet im Nordosten wurde früher auch oft als Plattenrhön bezeichnet.

Die 1200 km2 große Kuppenrhön ist der breite Saum, der sich von Nordosten (Thüringen) über Nordwesten (Hessen) bis Südwesten (kleine Teile Bayerns) um die Hohe Rhön legt. Über weite Talmulden ragen zahlreiche kuppenförmige Einzelberge um 500 bis über 800 Meter hervor, deren Basaltdecke sich auf die Gipfellagen konzentriert und nicht, wie in der Hohen Rhön, eine geschlossene Decke bildet. Die Kuppen sind durch Verwitterung entstandene Reste ehemaliger Vulkane beziehungsweise Vulkanschlote. Zwischen spitzen Kegeln und breiten Kuppen liegen, besonders ausgeprägt in der Vorderrhön, viele kleine Plateaus.

Das Erscheinungsbild des Biosphärenreservats wird auch heute noch durch die Bewirtschaftung des Menschen geprägt. So sind nur 40 Prozent des Reservats mit Wald bestockt. Dies ist im Gegensatz zu anderen Reservaten in Deutschland sehr gering, jedoch ist der Anteil an Laubgehölzen überdurchschnittlich hoch. Daneben besitzt das Reservat 32 Prozent meist extensiv bewirtschafte Wiesen und Weiden, 18 Prozent Ackerfläche und nur vier Prozent Siedlungs- und Gewerbefläche (sechs Prozent sonstige Nutzung).

Arbeiten im Biosphärenreservat

Seit 2006 arbeitet das Bergwaldprojekt im Biosphärenreservat Rhön. Wie die Landschaft, so sind auch die Arbeiten sehr abwechslungsreich. Neben Moorrenaturierung, Birkwild-Biotoppflege und Waldumbau wurden Gewässer renaturiert, Feuchtwiesen entbuscht, Borstgrasrasen gepflegt und Lesesteinwälle aufgeschichtet. Alle Arbeiten werden in enger Kooperation mit unseren Projektpartnern vor Ort durchgeführt. So sind für 2012 Arbeiten zur Förderung der Wildkatze und anderer Tiere geplant.

Geologie, Entstehung und Landschaft

Vor 260 Millionen Jahren, in der Zechstein-Zeit, wurde das Gebiet des neu entstandenen Germanischen Beckens vom Meer überflutet. Im Zechstein lagern sich am Meeresboden viele verschiedene Sedimente mit unterschiedlichen Mächtigkeiten ab, wie z.B. Stein- und Kalisalz, Anhydrit, Gips, Kalkstein, Dolomit und Tonstein. In der Buntsandsteinzeit, zu Beginn des Erdmittelalters, zog sich das Meer nach Norden zurück. Aus dieser Zeit liegen heute bis zu 700m mächtige Abfolgen aus Sand- und Tonsteinen vor, die sich in den verbliebenen großen Flachgewässern und weitverzweigten Flusssystemen abgelagert hatten.

Nach dem großen Aussterben der Meeresfaunen vor 251 Millionen Jahren begann mit dem Buntsandstein ein neuer erdgeschichtlicher Abschnitt. Die Überreste des Zechstein-Meeres verlandeten immer mehr. Weiträumige Flusssysteme und episodische Schichtfluten lagerten mächtige Sande und Tone auf dem Festland ab. Rotbraune, gelbe oder grünlichgraue Sandsteine wechseln in bunter Folge mit Tonsteinen. So entstand der Name Buntsandstein für diesen acht Millionen Jahre andauernden Zeitabschnitt. Vor etwa 235 Millionen Jahren, in der Muschelkalkzeit kehrte das Meer zurück. In diesem flachen Binnenmeer lagerten sich wiederum 250 m mächtige Kalk-, Ton- und Mergelsteine sowie Dolomite ab.

Im Tertiär, im Zeitraum von 25 bis vor 11 Millionen Jahren steigen immer wieder Gesteinsschmelzen, sogenanntes Magma, durch die Erdkruste an die damalige Landschaftsoberfläche auf und speisten Vulkane.Aus diesen Gesteinen entstand die Hohe Rhön, ein breiter, massiger Bergzug mit flachwelligem Hochplateau, hauptsächlich aufgebaut aus Basalt mit bis zu 300m mächtigen Decken. Höchste Erhebungen sind der Kreuzberg (928m) und am westlichen Ausläufer der Hohen Rhön, die Wasserkuppe (950m).